20180315_sz_buchau_helfer.jpg

    Die 1+1-Mentoren leisten wichtige Integrationsarbeit

    Bad Buchau, 15.03.2018 (Annette Grünninger, ©Schwäbische Zeitung)

    sz Bad Buchau
    Sie sprechen, spielen, lernen mit Kindern aus benachteiligten Familien und schenken ihnen vor allem ihre Zeit: Die 1+1-Mentoren leisten wichtige Integrationsarbeit, das sieht man auch im Bad Buchauer Gemeinderat so. Auf Anregung von Stadtrat Heinz Weiss hat der Gemeinderat die jährliche Förderung nun etwas höher angesetzt: Mit 1500 statt 1300 Euro unterstützt die Stadt in diesem Jahr die ehrenamtlichen Helfer. Vor allem aber benötigen die Mentoren dringend weitere Ehrenamtliche, um der Nachfrage nach Integrationsbegleitung gerecht zu werden.

    So mussten die Mentoren im vergangenen Jahr etwa zwei Kinder auf die Warteliste setzen. Insgesamt haben sechs Mentorinnen und ein Mentor sechs Kinder im Tandem betreut. Dabei treffen sich die Ehrenamtlichen wöchentlich für etwa zwei bis drei Stunden mit ihrem Mentorenkind, um mit ihm zu sprechen, spielen und lernen. Wie groß der Anklang des Angebots ist, zeigen auch die regelmäßigen Spiel-Spaß-Sprechen-Nachmittage. Bis zu 70 Teilnehmer – Tandemkinder, Eltern, Geschwister oder Klassenkameraden – hatten hier ihre Freude am Verkleiden, Basteln oder Geschichten hören, haben eine Theatervorstellung besucht oder einen erlebnispädagogischen Nachmittag verbracht. Zwölf Kinder hat Musikpädagogin Ulrike Fetsch zudem an sechs Terminen mit einem rhythmisch-musikalischen Angebot in ihrer Sprachfähigkeit und Körperkoordination besonders gefördert.

    In den Blick nehmen die 1+1-Mentoren nicht nur Kinder aus Flüchtlingen; auch an Grundschüler und Vorschulkinder mit Migrationshintergrund oder aus bedürftigen einheimischen Familien richtet sich das Angebot. In einem niederschwelligen Sprachkurs unterrichten Christa Klan und Bettina Schneider zudem Frauen aus Polen, Rumänien, Mazedonien, Kroatien und Syrien. Insgesamt engagieren sich derzeit zwölf Ehrenamtliche bei den 1+1-Mentoren und treffen sich jeden zweiten Mittwoch im Monat zum Austausch.

    Bei ihrem vielfältigen Einsatz kooperieren die Mentoren unter anderem mit den Schulen in Bad Buchau und Oggelshausen, dem Arbeitskreis Asyl, der Caritas Biberach-Bad Saulgau oder der Familienschule „Family Help“. Neben Spenden werden die 1+1-Mentoren finanziell vom Landratsamt Biberach unterstützt. Die Gemeinde Oggelshausen und die Stadt Bad Buchau fördern die Ehrenamtlich jeweils mit 1300 Euro jährlich.

    Für dieses Jahr aber sollen den Mentoren 200 Euro zusätzlich zur Verfügung stehen. Dazu hatte in der jüngsten Ratssitzung Heinz Weiss angeregt. Bürgermeister Peter Diesch und Charlotte Mayenberger hatten zu bedenken gegeben, dass die Fördersumme ja nicht willkürlich festgesetzt werde, sondern Teil eines Finanzierungsplans sei, der auch mit Landkreis und Gemeinde Oggelshausen abgestimmt sei. Die Mehrheit der Räte schloss sich aber diesem Vorschlag an.

    „Das ist nett, dass Sie an uns denken“, bedankte sich Brigitte Frosdorfer vom Leitungsteam der Mentoren in der Sitzung. „Aber eigentlich geht es darum, dass wir auch Leute brauchen, um das Geld auszugeben.“ Weitere Helfer würden nämlich nach wie vor händeringend gesucht.

    Unterschrift Foto: Die Mentoren helfen den Kindern etwa bei den Hausaufgaben, lernen mit ihnen – und schenken ihnen vor allem Zeit und Aufmerksamkeit Bild: Michael Laðwa/DPA, ©Schwäbische Zeitung